Bestimmung des Fliegenpilzes

Vollständiger Führer zur Erkennung von Amanita muscaria im Wald: detaillierte Morphologie, Lebensraum, Variationen und mögliche Verwechslungen.

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Giftpilz

Der Fliegenpilz verursacht ein Pantherina-Syndrom. Konsumieren Sie ihn niemals. Im Zweifelsfall konsultieren Sie einen Apotheker.

Steckbrief

Der Fliegenpilz

Amanita muscaria (L.) Lam., 1783
FamilieAmanitaceae
OrdnungAgaricales
EssbarkeitGiftig
SaisonAugust bis November
Hutgröße8-20 cm
Gesamthöhe10-25 cm
SporenpulverWeiß

Der Hut

Der Hut des Fliegenpilzes ist sein markantestes Merkmal. Zunächst eiförmig, wird er konvex und dann flach ausgebreitet bei Reife, mit einem Durchmesser von 8 bis 20 cm.

Die Farbe variiert von scharlachrot bis rotorange. Die Oberfläche ist mit weißen Flocken (Warzen), Resten der Gesamthülle, übersät.

Die Kutikula ist glatt, bei Feuchtigkeit leicht schleimig. Der Hutrand ist bei Reife gerieft.

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Vorsicht nach Regen

Die weißen Warzen können durch starken Regen vollständig abgewaschen werden, wodurch der Hut gleichmäßig rot und schwerer zu identifizieren wird.

Die Lamellen

Die Lamellen sind weiß, bei älteren Exemplaren leicht gelblich. Sie sind frei, gedrängt und haben Zwischenlamellen.

Das Sporenpulver ist weiß. Die Sporen sind ellipsoid, glatt, 9-13 × 6,5-9 µm.

Stiel und Ring

Der Stiel ist weiß, zylindrisch, 10 bis 25 cm hoch und 1,5 bis 3 cm im Durchmesser. An der Basis ist er knollig, umgeben von konzentrischen warzigen Wülsten.

Der Ring ist häutig, weiß, auf der Oberseite gerieft. Die Volva ist brüchig und zerfällt in konzentrische Wülste.

Das Fleisch

Das Fleisch ist weiß, fest und dick. Unter der Kutikula ist es auf wenige Millimeter orange. Der Geruch ist schwach, leicht erdig.

Lebensraum und Ökologie

Der Fliegenpilz ist ein Mykorrhiza-Pilz, der in Symbiose mit bestimmten Bäumen lebt:

  • Birke (Betula) — häufigste Assoziation
  • Fichte (Picea abies) — sehr häufig im Gebirge
  • Waldkiefer (Pinus sylvestris) — Sandwälder
  • Eiche (Quercus) — seltener, aber möglich
  • Tanne (Abies) — Bergwälder

Er bevorzugt saure bis neutrale Böden und wächst von der Ebene bis zur subalpinen Stufe (~2.000 m).

Varietäten und Formen

  • var. muscaria — die typische rote Form mit weißen Warzen
  • var. formosa — gelboranger Hut, häufig in Nordamerika
  • var. alba — vollständig weiße Form, sehr selten
  • var. aureola — orangefarbener Hut fast ohne Warzen
  • var. persicina — pfirsichrosa Hut, Südosten der USA

Mögliche Verwechslungen

Mit dem Kaiserling (Amanita caesarea)

Der Kaiserling hat gelbe Lamellen, einen gelben Stiel und eine weiße sackartige Volva.

Mit dem Pantherpilz (Amanita pantherina)

Der Pantherpilz hat einen braunen Hut mit weißen Warzen. Er ist giftiger und verursacht ein intensiveres Syndrom.

Mit dem Perlpilz (Amanita rubescens)

Nach dem Kochen essbar, hat der Perlpilz einen bräunlich-rosa Hut. Sein Fleisch rötet sich bei Verletzung.

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